Die Steinhauser Volksschule

Lisa Albers, Sielmeisterstraße, Steinhausen

 

In der Bauerschaft Steinhausen gab es schon um 1649 eine Schule. Aber ob nun die Schule ein festes Steinhaus oder ein Holzhaus gewesen ist und auf der gleichen Stelle stand, ist nicht bekannt. Man weiß aber, dass die letzte Volksschule, die im Jahre 1835 erbaut wurde, im Jahre 1957 abgebrochen wurde. Auf diesem Schulgelände hatte vorher ein Bauernhof gestanden. In den ersten Kriegsjahren des zweiten Weltkrieges diente die Volksschule vorübergehend auch als Kindergarten. Wie schon erwähnt wurde die Schule 1957 abgebrochen und im Jahre 1957 feierte die Steinhauser die Einweihung ihrer neuerbauten Schule

Heute befindet sich ein Pfadfinderheim in dem mittlerweile fast vierzigjährigen Schulgebäude. Jugendliche aus vielen Ländern lernen sich hier kennen und verstehen. So leistet die alte Schule Steinhausen noch einen wertvollen Dienst zur Sicherung des Friedens. Aufgrund eines Ratsbeschlusses musste die Pfadfinderbildungsstätte zum 31.01.2016 seinen Betrieb einstellen und der örtliche Stamm „Aldenburg“ hat nach 30 Jahren nunmehr seinen Sitz in Zetel.

Da in jüngster Zeit viele junge Familien in Steinhausen ihren Wohnsitz genommen haben und noch nehmen werden, zieht man in Betracht, zirka im Jahre 2000 einen Schulneubau zu errichten. Die Steinhauser freuen sich, dass dann unser so stilles Dorf wieder mit Leben erfüllt sein wird.

Die Schule Steinhausen „Ünnerklass“ – Unterklasse-

Das Wort „Ünnerklass“ Beinhaltet, dass in der damaligen Zeit die ersten vier Schuljahrgänge in einem Raum von einem Lehrer unterrichtet wurden. Das Grundstücksgelände auf das sich das ehemalige Schulgebäude befindet gehörte dem Tichelbuur (Ziegelbauer) Wilhelm Suhren. Sowie auch das Haus des damaligen Sargmaakers und Dischkers Kapels, heute Pächter Ennen. In diesem Haus wohnten damals die Landarbeiter des Wilhelm Suhren. Suhren verkaufte das Land an die Schulacht Steinhausen. Und das übrig verbliebene Haus nebst kleinen Garten an einen Hermann Dierks aus Steinhausen. Auf dem ehemaligen Suhrengrundstück errichtete die Steinhauser Schulacht 1897 die „Ünnerklass – School“ Unterklasse – Schule. Diese wurde dann im Jahre 1898 feierlich eingeweiht. Gleichzeitig und mit weiser Voraussicht versahen die Steinhauser ihre Ünnerklass mit einer geräumigen Lehrerwohnung. Der Lehrer hatte auch einen kleinen Garten dabei, um sich mit dem notwendigsten zu versorgen, denn die Lehrer jener Zeit bezogen sehr wenig an Gehalt.

Als die Pastoren noch Schulinspektoren waren, Schulachten

Im Jahr 1852 regelte ein neues Gesetz das Schulwesen im Großherzogtum Oldenburg. Für das Volksschulwesen errichtete das Schulgesetz eigene Selbstverwaltungskörperschaften, die Schulachten ein. Die Schulachten waren von politischen Gemeinden völlig getrennt. So konnten innerhalb einer Gemeinde mehrere Schulachten vorhanden sein. Zur Schulacht gehörten sämtliche Bürger, die im Schulachtsbezirk wohnten und der entsprechenden Konfession angehörten. Auch konnten damals Mitglieder anderer Religionsgemeinschaften eine konfessionelle Privatschule gründen und eine besondere Schulacht gründen. Für die Verwaltung der jeweiligen Schulacht waren der Schulachtsausschuss und der Vorstand zuständig. Der Ausschuss bestand aus dem Amtshauptmann des Amtes, dem Pastor des Kirchspiels und aus Mitgliedern des Schulachtsausschusses und von diesen wurde der Rechnungsführer bestellt. Der Pastor war der Lokalschulinspektor der Schule. Ihm stand auch die Beaufsichtigung der Lehrer und des Unterrichts zu. Er war befugt auch bei geringfügigen Vergehen und Dienstversäumnissen der Lehrer, mit Ermahnungen und Zurechtweisungen vorzugehen. Reichten diese Maßnahmen jedoch nicht aus, war der Pastor genötigt, Anzeige beim Oberschulkollegium zu erstatten.

Das damalige Schulgesetz bestimmte, dass der Schulausschuss zu zweidritteln aus Grundbesitzern bestehen musste.

 

 

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